LZ-Kommentar vom 10.02.2018: Der Bärendienst

  • LZ-NACHSCHLAG: der Kommentar der Woche

    Der Bärendienst


    Vor gut einem Jahr stand der EV Landshut noch kurz vor dem Aus – dank einer neuen Führung ist der Traditionsverein nun wieder in deutlich ruhigerem Fahrwasser unterwegs. Mit lustlosen Auftritten spielte die Mannschaft in der Vorsaison auch die treuesten Fans aus der Halle – heute mischt man an der Spitze der Eishockey-Oberliga mit. Angesichts notwendiger Investitionen in das marode Stadion stand der Eissport in Landshut insgesamt vor einer höchste ungewissen Zukunft – vor einigen Monaten gab der Stadtrat grünes Licht für die mehr als 20 Millionen Euro teure Sanierung.

    Für manche war dies offenbar zuviel des Guten an positiven Schlagzeilen – und sie meinten, dieser erfreulichen Entwicklung kräftig entgegenwirken zu müssen. Zunächst gab es in Deggendorf einen beschämenden Auftritt, als weit nach Spielende Landshuter „Fans“ ihren Aggressionen freien Lauf ließen und im darauffolgenden Handgemenge mehrere Personen in Gewahrsam genommen wurden. Dass es sich auch bei manchen Anhängern der Heimmannschaft entgegen ersten Mitteilungen nicht um reine Unschuldslämmer handelt und diese den Fehdehandschuh nur zu bereitwillig aufnahmen, geriet da in den Hintergrund – sollte aber auch keine große Rolle spielen.

    Zumal es nur zwei Wochen später erneut Ärger gab, diesmal in Landshut. Zwar ging die Aggression dabei klar von Rosenheimer Schlachtenbummlern aus, doch wiederum zeigten sich manche Mitglieder der Landshuter Fan-Szene als keine Kinder von Traurigkeit. Volle Bierbecher in Richtung der gegnerischen Fans zu schleudern, ist nun mal kein Kavaliersdelikt.

    Die öffentlichen Reaktionen kamen so schnell, wie sie vorhersehbar waren. Die Polizei beklagte die gegenseitigen Provokationen und das große Aggressionspotenzial. Gelegenheitszuschauer stellten bang die Frage, on man guten Gewissens mit seinen Kindern noch zu den Spielen am Gutenbergweg gehen kann. Und Politiker wie Pressevertreter, die dem Eishockey – auch das soll es geben – nicht unbedingt gewogen sind, warfen provokant die Frage in den Raum: Für DIE sollen wir soviel Geld in die Hand nehmen?

    Spätestens jetzt sollte auch dem Letzten klar sein, welchen Bärendienst man als „Hooligan“ dem Verein erweist, den man doch unterstützen zu wollen vorgibt. Was – auch das sei erwähnt – in Form von lautstarken Gesängen und Anfeuerungsrufen, Sammelaktionen zugunsten des Nachwuchses oder originellen Choreografien auch regelmäßig geschieht. Hass und Gewalt dürfen dagegen in einem Sportstadion keinen Platz haben.

    „Wir sind alle Eishockeyfans“ – dieser Spruch hallte früher häufig durch die Arenen. Daran sollte man sich wieder orientieren. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass sich Landshuter und Rosenheimer, Regensburger oder Deggendorfer Fans künftig weinend in den Armen liegen. Natürlich gehört das gegenseitige Frotzeln – auch der eine oder andere Schmähgesang – auf den Rängen dazu. Vor und nach dem Spiel muss jedoch genauso das Fachsimplen bei einem gemeinsamen Bier möglich sein.

    Den EVL-Anhängern sollte bewusst sein, dass sie angesichts der Vorkommnisse in den vergangenen Wochen nun unter verstärkter Beobachtung stehen. Der Verein ist vor einem Jahr dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen. Kritik an der kostspieligen Rettung gibt es bis heute. Man sollte den Nörglern nicht noch zusätzliche Munition dafür in die Hand drücken.


    Bernhard Beez

  • Respekt, so sieht Berichterstattung aus, da hat wohl mal einer geschrieben, der das Stadion schon mal von innen gesehen hat.

    Ein gewisser Unterschied muss eben noch herrschen zwischen LZ und dem Gossenblatt.

    Heimat ist da, wo die Dauerkarte ins Drehkreuz passt!

  • Respekt, so sieht Berichterstattung aus, da hat wohl mal einer geschrieben, der das Stadion schon mal von innen gesehen hat.

    Ein gewisser Unterschied muss eben noch herrschen zwischen LZ und dem Gossenblatt.

    Nur bleibt der erste Eindruck am meisten haften und da haben sich allesamt zu schämen, die da reißerisch unreflektiert eingestiegen sind und noch nachgelegt haben. Immerhin bleibt da mal der Ansatz von jemand, der Dinge differenzierter sieht. Dafür ein:thumbup:, auch wenn leider, wie fast immer, jene am meisten gehört wurden, die am lautesten geschrieen haben und sich davon sofort distanzierten bzw. mit dem Finger einseitig in eine Richtung zeigten, obwohl das gerade nicht in der Art der Sachlage entsprach.

  • Das ist keineswegs übertrieben oder an den Haaren herbei gezogen, sondern trauriger Fakt. Diese Frage habe ich im Nachgang der Deggendorfer Vorfälle mehrmals gestellt bekommen und nicht nur in Bezug auf Kinder, sondern auf die Sicherheit für Unbeteiligte im Allgemeinen.

    Ich weiß auch von 8 Leuten, zugegebenermaßen Gelegenheitszuschauer, die dem Rosenheim-Spiel aus Sorge um Ausschreitungen fern geblieben sind und wenns allein aus meinem Bekanntenkreis schon 8 sind, werdens insgesamt wohl noch ein paar mehr sein.

    Der ganze Artikel ist nichts als die reine Wahrheit.

    Heimat ist da, wo die Dauerkarte ins Drehkreuz passt!

  • Sei mir nicht böse, aber ich glaube die, die aus Angst vor Ausschreitungen nicht zum Spiel gekommen sind kannst du an einer Hand oder vielleicht zwei Händen abzählen. Klar sagt das der eine oder andere, der wäre aber ohne die Angst vor Gewalt auch nicht gekommen weil es zu kalt, zu voll, zu laut oder sonst was gewesen wäre.


    Diese Angst ist meiner Ansicht nach irrational. Ich gehe schon lange in Stadien und wenn ich die Konfrontation nicht suche und ein bisschen aufpasse, dann passiert dir doch auch nichts. Dann stelle ich mich halt z.B. nicht direkt neben den Gästeblock, wenn mir schon ein bisschen mulmig ist. Ich bin der Meinung, dass die Autofahrt ins Stadion das mit Abstand gefährlichste am Stadionbesuch ist.

  • Und ich bin der Meinung, du darfst nicht vom Die-hard Fan ausgehen, sondern eben von den Gelegenheits-/Eventzuschauern. Und für die ist das eben schon schwierig. Bestes Beispiel: ich trainiere eine E-Jugend Mannschaft. Und jetzt bekommen wir Karten für das SPiel gegen DEG (geschenkt!!) --> die Hälfte der Kinder darf nicht mit, weil Zitat "wie man ja hört geht es da immer so zu mit Gewalt und Ausschreitungen". Hilfreich war dabei übrigens sehr, dass ausgerechnet beim Besuch einer benachbarten D-Jugend Mannschaft die Weidner ihre Show abgezogen haben und mehrere der Kinder in der Nähe des Geschehens gestanden hatten (woher sollte diese Gelegenheitszuschauer auch wissen, dass man sich nicht so nah da hin stellt?) und deren Mütter hier ein Riesenfass aufgemacht haben.


    Merke: der Kern der Fans kommt immer. Die Gelegenheitszuschauer, Eventfans und Werbefans werden durch solche (tlw. übertriebene) Darstellungen und solche unnötigen Auswüchse eher abgehalten --> ergo halt nicht ausverkauft gegen Rosenheim.

  • Sei mir nicht böse, aber ich glaube die, die aus Angst vor Ausschreitungen nicht zum Spiel gekommen sind kannst du an einer Hand oder vielleicht zwei Händen abzählen. Klar sagt das der eine oder andere, der wäre aber ohne die Angst vor Gewalt auch nicht gekommen weil es zu kalt, zu voll, zu laut oder sonst was gewesen wäre.


    Diese Angst ist meiner Ansicht nach irrational. Ich gehe schon lange in Stadien und wenn ich die Konfrontation nicht suche und ein bisschen aufpasse, dann passiert dir doch auch nichts. Dann stelle ich mich halt z.B. nicht direkt neben den Gästeblock, wenn mir schon ein bisschen mulmig ist. Ich bin der Meinung, dass die Autofahrt ins Stadion das mit Abstand gefährlichste am Stadionbesuch ist.

    Solche Negativmitteilungen darf man nicht unterschätzen. Das hat enorme Auswirkungen und kostet dem Verein schon einige Zuschauer und somit Geld. Als Beispiel kann ich dir Selb und Bayreuth nennen, als die zweitgenannten noch OL spielten. Diese Spiele waren in Bayreuth immer restlos ausverkauft und nachdem es dort bei dieser Paarung mehrmals zu Ausschreitungen kam, hatte das zur Folge, dass ein enormes Polizeiaufgebot mit Helm und Schildern von Nöten war. Ab diesem Zeitpunkt wars vorbei mit "sold out" und nicht nur gegen Selb. Auch die Sponsoren, reagieren sehr sensibel auf eine solche Aussendarstellung. Das weiß ich aus erster Quelle, was da in einer Geschäftsstelle los ist!

  • Die bereits mehrfach thematisierte Berichtersattung tut ihr übriges. Der Bericht aus DEG war ja so zu lesen, dass wilde Horden wahllos Passanten ins Krankenhaus geschlagen haben.

    Vor dem Bericht hatten wir wochenlang 2000-2500 Zuschauer, selbst gegen Lindau, Peiting oder Waldkraiburg, danach um die 1700 und gegen Rosenheim auch "nur" 3900. Braucht mir keiner erzählen, das liegt nur an den paar knapp verlorenen Spielen.

    Um zu sehen, was diese unselige Scheiße ausgelöst hat, darf man nicht mit den Stammzuschauern reden, sondern mit denen, die gehen, wenn sie grad Lust und Zeit haben. Bei denen sinkt mit sowas der Lust-Faktor enorm.

    Heimat ist da, wo die Dauerkarte ins Drehkreuz passt!

  • Die bereits mehrfach thematisierte Berichtersattung tut ihr übriges. Der Bericht aus DEG war ja so zu lesen, dass wilde Horden wahllos Passanten ins Krankenhaus geschlagen haben.

    Vor dem Bericht hatten wir wochenlang 2000-2500 Zuschauer, selbst gegen Lindau, Peiting oder Waldkraiburg, danach um die 1700 und gegen Rosenheim auch "nur" 3900. Braucht mir keiner erzählen, das liegt nur an den paar knapp verlorenen Spielen.

    Um zu sehen, was diese unselige Scheiße ausgelöst hat, darf man nicht mit den Stammzuschauern reden, sondern mit denen, die gehen, wenn sie grad Lust und Zeit haben. Bei denen sinkt mit sowas der Lust-Faktor enorm.

    Für mich ist das ne Mischung aus beiden, was dazu führte, dass die Gelegenheitszuschauer nicht kamen. Das ist schon auch etwas Hype gewesen. Deshalb hätte ich mir auch mehr (im Sinne von schnell) Klarstellung/Aufklärung gewünscht nach dieser für mich infamen, einseitigen Reinwaschung mancher. Wer nämlich mal im Stadion war und auch im M-Block wird schnell merken, dass man dort mit allen auf ner vernünftigen Basis reden kann, falls gewollt. Für mich ist das auch ne irrationale Angst, die man nehmen hätte müssen und dann nicht noch Öl ins Feuer gießen. Insofern, siehe oben. Schlimmer war doch für den Gelegenheitsfan an sich der versuchte Böllerwurf von Weiden, das war eher richtig gefährlich.

  • Sei mir nicht böse, aber ich glaube die, die aus Angst vor Ausschreitungen nicht zum Spiel gekommen sind kannst du an einer Hand oder vielleicht zwei Händen abzählen. Klar sagt das der eine oder andere, der wäre aber ohne die Angst vor Gewalt auch nicht gekommen weil es zu kalt, zu voll, zu laut oder sonst was gewesen wäre.


    Diese Angst ist meiner Ansicht nach irrational. Ich gehe schon lange in Stadien und wenn ich die Konfrontation nicht suche und ein bisschen aufpasse, dann passiert dir doch auch nichts. Dann stelle ich mich halt z.B. nicht direkt neben den Gästeblock, wenn mir schon ein bisschen mulmig ist. Ich bin der Meinung, dass die Autofahrt ins Stadion das mit Abstand gefährlichste am Stadionbesuch ist.

    guten Tag


    diese Angst ist irrational ? egal wo ich hingekommen bin, überall wurde ich erst wegen diesen Vold.eppen, die das in Deggendorf angezettelt haben, angesprochen und on top kam dann nach dem Rosenheim Spiel wieder der Spruch: Ihr lernts es wohl gar nicht mehr, da kannst ja nicht mehr hingehen und das macht die Runde und nicht , dass man gegen Rosenheim gewonnen hat

    also ist das wirklich Dein Ernst ?

    Willst Du das wirklich mit einer Autofahrt vergleichen ?


    also langsam versteh ich die Welt wirklich nicht mehr !


    gruß aus LA


    und im übrigen an Onkel Tom und Tommes : Was ist denn jetzt Stand der Dinge zu den Deggendorfer und Rosenheim Vorfällen ? Irgendwie gerät das Alles ein bißchen in Vergessenheit und auch da ein Frage an Euch Beide : Es fan doch ein Treffen der Fanbeauftragten, Fanclubvertretern mit Stadt Landshut, EVL und Polizeit statt ? War dieser Kommentar da hilfreich oder hat er geschadet ?


    und nein, das soll nicht polemisch sein, sondern mich interesiert es , was schlußendlich rauskommt

  • Leute, wichtig ist, dass die Mannschaft jetzt weiter punktet und einfach gut spielt. Das wäre schon mal die Basis für eine gute Aussendarstellung und Werbung! Ein Feuerwerk am Freitag gegen Deggendorf mit 4000 + X lautstarken Fans, die man bis Deggendorf hört✌🏻Wie vor vielen Jahren eine Stunde vor Spielbeginn rappe voll und alle singen und klatschen auf den Rängen!👏🏻👏🏻👏🏻

  • Hallo Eishockeyfans aus Niederbayern. Mir geht es genau so, wie Ronin2017 . "A I, gfrei mi scho af des Spei am Freida". Mit einem kleinen Abstrich - aber dazu später. Was da vor wenigen Wochen, bei uns in Deggendorf, gelaufen ist, ist mir doch so was von sch....egal!. Erstens, bin ich eine 3/4 Stunde nach dem Spiel eh nicht mehr da gewesen. Zweitens, habe ich ein sehr gutes Eishockeyspiel gesehen. Drittens, ist die Stimmung im Stadion eines Derbys entsprechend, sehr gut gewesen. Viertens, habe ich meine Getränke und mein Essen immer lebend - und ohne Pöbeleien - an den Landshuter Fans vorbei gebracht. Fünftens, habe ich mich sehr gut mit einem Eurer Fans unterhalten. Auch wenn dieser kein Niederbayer war, sondern eher aus dem Osten kam. Sechstens, glaube ich auch nicht an die Deggendorfer Unschuldslämmer. Ich muß aber schon sagen, das keine Flaschen auf den Landshuter Bus geworfen wurden. Siebtens, haben auch wir Zuschauer für die nächsten Spielen verloren, da es bei uns anscheinend einen überforderten Ordnungsdienst gibt. Achtens, ist mir das alles zu blöd! Neuntens habe ich zur Zeit total schlechte Laune, da mir meine beiden Kinder eine gehörige Erkältung angedreht haben. Zur Strafe dürfen die beiden auch nicht mit. Zehntens, wünsche ich allen "richtigen" Eishockeyfans am Freitag, ein supergei... Spiel. Niederbayern First!!!!!

  • Genau deswegen ist die Angst doch irrational. Oder willst du ernsthaft behaupten, dass du jedesmal um dein Leben fürchtest wenn du eine Eishalle betrittst oder dass du dort tatsächlich regelmäßig in gefährlichen Situationen bist?


    Die tatsächliche Gefahr ist doch durchaus übersichtlich und kann ja durch mein eigenes Verhalten weiter minimiert werden. Klar kann ich niemals 100% sicher sein, das kann ich aber beim Autofahren auch nicht, deswegen mein Beispiel. Dennoch fahren wir alle Auto und die wenigsten haben Angst davor.


    Der Unterschied besteht doch in der Größe der empfundenen Bedrohung verglichen mit der realen Bedrohung. Und dieses Verhältnis stimmt einfach nicht überein, auch getragen durch die Berichterstattung in den Medien, was ja auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass dich viele darauf angesprochen haben. Allerdings glaube ich, dass fast alle Zuschauer das einigermaßen realistisch einschätzen können, nicht nur die "Fans die immer kommen".


    Zur Außenwirkung auf Sponsoren fehlt mir aber zugegebenermaßen der Einblick.

  • Guten Tag


    Dann muss man aber zeitnah dagegensteuern und diese „angebliche“ Gefahr eliminieren , fertig und auch wenn es auf kosten der Stimmung geht.

    Im übrigen Kraft du beim Autofahren auch einen Sicherheitsgurt an


    Merkst was , Sicherheitsvorkehrungen : hier der evl , dort du


    Und nur um das gehts und nicht um das irgendwas lebensbedrohlich ist


    Gruß aus La